Stummi – der letzte seiner Art

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Kater Stummel, Kosename Stummi, kam im Mai 2009  auf den Gewerbehof. Er schmiegte sich an alle die er dort antraf.  Wir kamen erst am Abend als es schon recht dämmerte  auf den Hof. Stummi  rannte sofort zu meinen Mann und schmuste mit ihm.

Er sah eigentlich nicht hungrig oder ungepflegt aus so dass wir meinten er strommert nur durch die nähere Umgebung seines Zuhauses- Das war ein Irrtum.

 

Er blieb auf den Hof und schnurrte bei einigen Gewerbetreibenden Futter ab.  Es schien ihn zu gefallen, denn er blieb dort. Trotz  Fundmeldung suchte niemand diesen hübschen und freundlichen Kater.  Zumal sein Markenzeichen ein sehr verkürzter Schwanz ist. Damit ist er unverwechselbar.

Die Wochen vergingen, die Monate vergingen und Stummi blieb. Er wurde gefüttert und erhielt sogar seinen eigenen Gartenstuhl. Er liebte diesen.

Später begleitete Stummi moich beim allabendlichen Rundgang mit Madam Lizzy und Kater Lucky. Lucky störte sich nicht an  den Neuen, Lizzy wohl. Sie blieb immer stehen und versuchte ihn weg zu scheuchen. Erfolglos. Stummi  blieb etwas weiter zurück aber begleitete uns weiter. 🙂

Dann hielt er sich viel bei meinen Mann im Unterstand auf.  Trotz des Lärms blieb er ganz gelassen. Dann kam der Herbst, dann der Winter.  Tja  da entschloss sich Stummi meinen Mann in der Wohnung zu folgen. Unglaublich,er steuerte ins Schlafzimmer, sprang auf das Bett und rollte sich zusammen. Ganz so als ob er schon immer hier mit uns lebt. 🙂

Somit hat Stummi sich rechtzeitig vor Kälteeinbruch mit Minusgraden ins Haus geschlichen.  Lizzy jagde ihn zwar immer wieder aus der Küche aber Stummi blieb. Unser Lucky  war begeistert von Stummi, denn im Oktober des Vorjahres haben wir unseren Burschi erlösen müssen.

2017

Er kam  im Mai 2009 auf den Hof. Später traute er sich dann zu uns rein.

Seitdem  kommt er regelmäßig  rein. Er muss nicht mehr draußen bei unsteten Wetter futtern.  Er benahm sich so als ob er schon immer hier zuhause war. Nach und nach  traute er sich auch dem Sofa.  Er legte sich immer sehr an an uns. Vorher tretelte er grundsätztlich  zwischen 15 -und 20 Minuten.  Das ging einige Wochen so. Dann fing Stummi an ganz vorsichtig beim treleln eine Pfote mit eingezogenen Krallen auf unseren Bein zu tippen. Beinahe so wie unbeabsichtigt. Mit der Zeit dann  eroberte er dann den besten Platz,  auf den Schoss liegen.

Im nächsten Jahr dann geschah ein Unglück, ein sehr großes und die Zukunft war ungewiss.

Stummi blieb Nachts  gern draußen. Egal wie kalt, ob es regnete oder stürmte. Aber er saß dann jeden Morgen  vor der Wohnungstür und wartete, das die Tür aufgeht und er an seinen Futternapf kommt. Oft lag er  Nachts in der grossen Katzenütte.  Stummi  war nicht da, er kam auch in den nächsten Stunden nicht zurück. Ich machte mir Sorgen und schaute dann in die Katzenhütte. Dort lag er und rührte sich nicht. Ich sprach ihn an, er bewegte sich nicht. Er atmetete sehr flach aber ich konnte  keine Verletzung sehen.  Also rief ich ihn, er  blieb in der Hütte, ich stellte ihn seine Futterschale  vor die Tür, Stummi blieb wo er war. Nach gut 15 Minuten dann kroch er aus der Hütte. Er kroch , er ging nicht. Er quälte sich durch den Holzzaun und jammerte. Dann sah ich das an einen seiner Hinterbeinchen   die Haut abgeplatzt war, es blutete und man konnte den Knochen sehen. 🙁

 

Sofort waren wir beim Tieratzt. Es tat mir weh, wie er jaulte als ich ihn in den Transportkorb  legte. Der Tierarzt sah sich das Bein an und Stummi wurde geröngt.  Es war ein offener Bruch am Kniegelenkt. Stummi mu0te operiert werden und der Tierarzt sagte, das womöglich kleinste Knochensplitter abgesplittert sein können. Stummi hatte auch abgewetzte Krallen, wie sie bein einen Autounfall aussehen.  Damit war Stummi der dritte, der Opfer von fahrenden Autos sind. Und das in einer kurzen kleinen Sackgasse. Aber hier wird laufend gerast.  Eine Frage der Zeit wann es ein Kind trifft.

Stummis OP verlief erfolgreich und nach 3 Tagen durfte er wieder nach Hause kommen. Wir machten uns Sorgen, denn er liebt seine Freiheit und ob er auf seinen Feigang  verzichtet war ungewiss.  Aber Stummi war ein pflegeleichter Patient. Er hatte die ganzen Wochen nicht einmal gejammert oder saß vor der Wohnungstür.

 

Erst nach einigen Wochen durfte er  in der Wohnung ein wenig laufen aber nicht springen. Aber auch das hat Stummi  stoisch ertragen. Er wußte wohl das er sich erst erholen muss. Auch seine Muskelatur musste erst neu aufgebaut werden.

Es war eine Freunde wie er dann nach so langer Zeit wieder seinen ersten Freigang vorsichtig genoss. Seitdem war er immer sehr sehr vorsichtigt sobald er ein Auto hörte oder gar die Abgase roch.

Er wird zeit seines Leben etwas humpeln, aber der Tierarzt hat sein Bein retten können.   Das geschah  2010 und seitdem sind achte Jahre vergangen.  Er ist in den letzten zwei Jahren immer anhänglicher geworden. Liegt vielleicht am Alter. Er ist nun  nicht mehr  ein junger kräftiger Kater. Aber sehr fotogen und seine Statur beeindruckt jeden. 🙂

   

Seit 5.Februar 2018 ist Stummi nun der letzte seiner Art bei uns. Nach ihm wird es keine weiteren Katzen mehr geben.  Der Gedanke, das eine  mit uns lebende Katze allein zurück bleibt, weil die „Einschläge“  einen von uns getroffen hat, ist mir unerträglich.  Menschen wollen immer nur junge Katzen. Dabei haben sie Senioren ihre ganz besonderen Vorteile.