Euro gleich Teuro?
Jetzt wird es richtig Teuro!
In einem Beitrag “EU steht nicht für ‘Einfach Urlaub‘” schrieb ich im Juli 2008: “Ich bin immer noch pro-Europa, denn ich bin ein Kind von Europa”.
In 2010 fängt sich das “immer noch” langsam an in ein “wohl nicht mehr” zu drehen, denn unsere Politiker haben es in den letzten 10 eher blühenden Jahren sträflich versäumt, eine solide Basis für die Währungsgemeinschaft zu schaffen. Heute sind wir in einer zyklischen Phase in der wenig blüht, aber die Rechnung kann nur noch der letzte potente Steuerzahler zahlen, und den gibt es in substantiellen Mengen im Moment nur noch in Deutschland und Frankreich.
Ende der 90er Jahren wurde ich oft gefragt: “Kommt der gemeinsame Euro wirklich?” und meine Antwort war immer: “Gewiss, aber wann er wieder abgeschafft wird ist noch offen”. Heute stehen wir vor dem Scherbenhaufen unkoordinierter nationaler Interessen und Steuerpolitik, die eingebunden sind in eine einzige unflexible Währung, den Euro.
Nehmen wir unsere Freunde die Griechen. Sie haben es noch nie so richtig verstanden auf Staatsbasis ordentlich zu wirtschaften, aber frueher hatten sie – und wir – zum Glück die griechische Drachma, die gegenüber den anderen Währungen auf und abgewertet werden konnte. Damit wurden zwar Importe nach Griechenland teurer, aber die einheimische Produktion – Metaxa und der Tourismus – günstiger.
Wirtschaftlich konnte Griechenland dank seiner eigenen Währung atmen, heute ist das Land in ein enges Korsett eingebunden und ihr wird schleichend die Souveränität entzogen. Das wird auf Dauer nicht gut gehen, den auch die Griechen sind stolze Menschen.
In diesen Tagen habe ich zum ersten Mal erkannt, dass die Briten es damals richtig gemacht hatten, nicht dem Euro beizutreten. Ihre Finanzen sind zwar ein ähnlicher Sanierungsfall wie Griechenlands, aber durch das aktuell sehr schwache Pfund ist seine Wirtschaft vergleichsweise autark und wird sich selbst aus dem Sumpf ziehen können.
Wird der Euro bald abgeschafft? Gleich abgeschafft wohl nicht, aber die teilnehmenden Länder könnten reduziert werden. Ich halte dies für eine nicht unwahrscheinliche Möglichkeit, denn ich glaube nicht, dass der deutsche Steuerzahler nach fast 20 Jahren Deutsche Einheit neben dem Solidaritätsbeitrag noch zusätzlich bereit ist auf Jahre hinaus einen “Griechen-Soli” zur Europa Einheit zu zahlen.
Besonders dann nicht, wenn eine fluktuierende Drachma die Lösung der internen griechischen Probleme elegant dorthin verlagern würde wo sie entstanden sind: nach Griechenland, und Spanien, und Portugal, und Irland…
Autor: von Art Bleiglass Quelle: http://www.readers-edition.de/

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