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Pfot an Pfot und Brust an Brust, soll uns nichts verdüstern. Katzbursch sein ist unsre Lust, trotzen Katzenphilistern. [E.T.A.Hoffmann]

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Tagebuch   Charly †  Patient Burschi

In Memorian Charly † 28.11.2007

Trauer ist der Preis für die Liebe. Und das ist wohl so.
Wenn man diesen Schmerz nicht haben wollte,
würde man zugleich auch auf die Freude verzichten müssen,
in Deinem Fall zwölf Jahre Liebe und Freude.
Das ist das Gemeine:
Je mehr man von dem Schönen bekommen hat,
desto härter kommt es ja nachher.
[Danke Kirsten]

 

Abschied von Charly - Gentleman und Chef des Tigertrios

 

Charly pausiert im Rapsfeld 2006 - © Angela Broschatt

02.Dezember 2007

So ich hoffe, dass ich die folgenden Zeilen ohne Wasserfall in den Augen schreiben kann.

In letzter Zeit waren die Jungs nicht lange draußen. Nur Lucky blieb mal etwas länger oder kam zwischendurch wieder rein um nach ein paar Minuten noch mals 'sein Revier' zu inspizieren. Aber er (7 Jahre) ist ja auch noch nicht so alt wie Charly und Burschi (beide ca. 16 Jahre).

Gerade Charly ging oft nur raus, um sein Geschäft zu erledigen und saß dann meist gleich wieder auf der Treppe oder direkt vor der Tür. Und er hielt sich nur auf den paar Grundstücken in der kleinen Sackgasse auf. Oft sind alle 3 gleich rechts über die Garagendächer. Von dort kommen sie sehr gut zum angrenzenden verwilderten Grundstück. Es ist ein Paradies für Katzen.

Am 28.November kamen wir später als sonst nach Hause und so habe ich die Jungs nach 18 Uhr rausgelassen. Es war ungemütlich windig und nasskalt. Das sie trotzdem vor die Tür wollten, war nicht ungewöhnlich.

Nach dem Essen habe ich sie dann reingerufen. Burschi kam gleich und Lucky saß ein paar Minuten später vor der Tür. Nur Charly kam nicht. Na ja dachte ich, er wird wohl etwas weiter auf dem Gelände sein. Oder der 'Paule 2' versperrt ihn wieder den Heimweg. Paule 2 ist ein großer rot-weißer Kater, sehr selbstbewußt und lauert alle paar Tage Charly, Burschi und Lucky auf. Dabei geht es nie ohne 'Gefecht'. Man kann sich ihn auch nicht nähern, dann wird er äußerst aggressiv. Ich habe alle 30 Minuten nach ihm gerufen und den Metallklacker benutzt. Aber er kam nicht. Später wurde ich unruhig und hatte ein furchtbarer Gefühl.

Ich zog mich um und lief die unmittelbare Umgebung ab. Obwohl gerade Charly niemals ganz bis zum Anfang der Sackgasse lief, weil dort die Hauptstrasse ist und er Autos meidet, bin ich auch dort gewesen. Das habe ich auch in Hasenmoor so gehalten, wenn einer meiner Fellnasen nicht nach Hause kam. Denn wenn eine Katze überfahren wurde, kann man sie später kaum mehr identifizieren.....

Ich habe meinen Rundgang an diesen Abend häufig wiederholt. Ja bin sogar auf das verwilderte Gelände und habe dort alles nur mit Taschenlampe abgesucht. Denn dort stehen noch etliche eingefallene Gebäude. Außerdem ist es ein idealer Platz für Tierfallen. Weit bis nach Mittagnacht war ich unterwegs. Aber leider ohne Erfolg.

Ich blieb die folgenden Tage zu hause und war ewig auf der Suche. Auch habe ich Suchanzeigen aufgehängt, Tier- und Heime informiert und im Internet auf einschlägigen Seiten inseriert.

Am Samstag war ich an einem Tiefpunkt angelangt. Ich wußte, dass es diesmal irgendwie anders ist.
Ein Mitglied aus dem » Netz-Katzen Forum wohnt auch in Moers und die wollte am Sonntag mit mir gemeinsam noch mal alles absuchen.

Mein Mann war auch fertig, denn Charly ist sein heimlicher Liebling. Aber er war wie gelähmt und konnte einfach nicht mitsuchen. Also ging er kurz bevor die Hilfe kam rüber zum LKW-Platz. Dort lebt ein Paar mit 3 Katzen. Er trifft den Mann und fragt nach Charly.

Da sagt er zu meinen Mann, als er am Donnerstag (28.11.2007 nach 18 Uhr) von der Arbeit kam, sah er eine tote Katze mitten auf der Strasse liegen. Das waren knapp 20 Meter von uns....

Er hielt an und legte die Katze erst an den Kantstein, brachte sein Auto weg, kam zurück und hob die Katze auf und legte sie ein kleines Stück weiter an einen Bauzaun. Das war noch näher ran zu uns.

Wir sind so oft an unseren toten Charly vorbeigegangen!! Er lag im Laub und war nur zu sehen, wenn man direkt vor ihm stand.

Es brach uns das Herz, unseren Dicken da liegen zu sehen. Mein Mann ist fast umgekippt, die Tränen liefen. So hatte mich das sorgenvolle Gefühl doch nicht getäuscht: wir müssen nun ohne unseren 'Dicken' leben.

Charly hatte geöffnete Augen, aus seinem Mäulchen hing die Zunge raus. Er hatte eine große Wunde unterhalb des Bauchnabels. Alles war offen, große Stücke seines wundervollen Fells war weggeplatzt und die Organe hingen raus. Ich habe es gewußt, nun kullern mir wieder die Tränen.

Der nette Mensch, der Charly von der Strasse nahm, sagte, er hat nicht geblutet. Nur die Stelle, wo Charly angefahren wurde, lag sehr wenig Blut.

Ich habe ein letztes Foto gemacht. Weiss selbst nicht warum. Wer stark genug ist, dann besuche diesen Link Dort ist ein Thumb. Aber vorsichtig, erst das kleine Bild ansehen, bevor man die Originalgröße aufruft. Die letzte Aufnahme von unseren Chef ist alles andere als lieb anzusehen! Und es gibt auch noch Besucher, die mit den Verlust des eigenen Tieres zu kämpfen haben......

Dann haben wir Charly drüben am LKW-Platz (gehört unseren Vermieter) unter den 3 großen Tannen seine letzte Ruhestätte ausgehoben. Es war schwer, denn der Boden ist dort sehr hart. Mein Mann ist gesundheitlich sehr angeschlagen und nun er kann jetzt fast gar nichts mehr heben. Seine Schultern (Rotatorensyndrom) haben sehr gelitten. Zudem kämpft er noch mit den Folgen eines Herzinfaktes und der Bypass-Operation.

Sicher, es kann ein ganz normaler Unfall gewesen sein. Aber keiner kann mir erzählen, das man nicht merkt, wenn man so ein großes Tier wie Charly mit dem Auto erfasst. Der Mensch ist nicht mal ausgestiegen, hat sich nicht um das verletzte Tier gekümmert, hat Charly nicht von der Strasse geholt, hat nirgends geklingelt und nachgefragt. Er ist einfach weitergefahren! Was ist das für ein Mensch?

Ja ich weiß schon, warum ich Tiere vorziehe....... Die Gellschaft verkommt immer mehr zur 'Ich - Mentalität'. Menschen haben immer weniger Respekt vor Leben und gerade Tiere bekommen das zu spüren.

Seitdem ist hier nichts mehr, wie es war. Charly fehlt an allen Ecken. Burschi findet Abends keine Ruhe, rennt von einer Ecke zur anderen. Sie haben in letzter Zeit wieder eng aneinander geschuschelt geschlafen. Auch Lucky merkt, das etwas nicht stimmt. Er braucht auch einen Artgenossen, wenn er schläft und schließlich hat Charly bei ihn Amme gespielt. Nur Lizzy scheint unberührt. Ich vermute auch, dass Burschi Charly draußen schon vor uns entdeckt hat. Er geht oft rüber auf den Platz.

Wir konnten Abschied nehmen und ich dachte, so kommt man leichter über den Verkust hinweg. Ein Trugschluß, denn ich finde einfach keine Ruhe. Zwölf Jahre mit Charly prägen eben. Er war nicht einfach nur eine Katze. Er war Familienmitglied.

Nun habe ich meinen Computerstuhl für mich allein, Charly wird nie wieder in Beschlag nehmen, nie wieder tretelnd seinen Platz dort erkämpfen. Günni wird nie wieder Charly um ein bischen Platz auf der Couch bitten, nie wieder wird Charly auf unseren Schoße liegen, schnurrend und uns tief in die Augen schaun. Nie wieder muss ich darauf achten, dass Charly nicht den anderen das Futter klaut. Ich brauche auch kein Spezialfutter mehr kaufen. Ich muss nur noch 3 Sofarollen bürsten.......

Ich höre ihn immer, ich sehe ihn überall. Oft gehe ich zur Tür, weil ich denke, Charly hat gerufen.

Ich finde keine Ruhe mehr, weil mich die Frage quält, ob er gelitten hat oder sofort tot war. Wenn er nicht gleich gestorben ist, was er Charly gefühlt? Schmerzen, Angst, Panik weil er das nächste Auto hört? Er starb einsam, keiner war bei ihm. So sollte niemand sterben!

Wie geht es weiter? Nur noch Wohnungskatzen? Burschi und Lucky sind keine reinen Sofarollen. Wir haben es versucht, aber Lucky ist dann so ungehalten, dass er die anderen knurrend verprügelt. Burschi schreit alles zusammen. Er geht zwar nicht mehr so lange und häufig raus, liegt bei guten Wetter meist auf den Garagendächern, aber er will raus. Nur Lizzy hält noch still, wie lange weiß man nicht. Sie steht öfters an der Tür und schaut die Türe und anschließend mich an.

Jetzt hat sich Burschi gerade zu mir gesellt und schnurrt. will mich trösten. Ganz als ob er spürt, das mir die Tränen laufen. Und gerade jetzt muss es wieder anzufangen zu regnen! Passt zu meinen Gefühlen.

Ich kann mich nicht mehr konzentrieren und vieles bleibt zur Zeit liegen. Es wird noch lange dauern, bis ich meine Trauer überwunden habe. Ich muss wohl wie ich es schon einmal getan habe, mir alles in einer Geschichte von der Seele schreiben. Vielleicht hilft es. Es ist auch wenig tröstlich zu sagen, da sind noch Burschi, Lucky und Lizzy, die mich brauchen.

Kein Tier ersetzt ein anderes, denn sie sind alle einmalig und mit keinem vergleichbar.

Dicker wir vermissen dich und sind dankbar für die gemeinsamen wundervollen Jahre. Die Erinnerung kann uns keiner nehmen.

 

Charly beim allabendlichen Rundgang 2006 - © broschicat.de
Wie zum Beispiel unseren allabendlichen Rundgang durch das kleine Wäldchen.
Auch ich vermisse sie.

 

24.Dezember 2007

Hallo mein Dicker,
heute ist Heiligabend und diesen Tag feiern die Menschen das Fest der Feste, das Fest des Lichtes und der Hoffnung. Auch ich gehöre der Gattung ‘Mensch’ an, aber du weißt ja, dass ich mich dafür nicht interessiert habe. Es ruft nur große Traurigkeit, Wehmut und Erinnerungen an die Kindheit hervor.

Und dieses Jahr ist die Traurigkeit besonders groß, denn DU bist nicht mehr bei uns. Wo immer du jetzt bist, ich hoffe dass es dir dort besser geht und das du neue Freunde gefunden hast. Am besten einer wie dein Kumpel Burschi.

Ich vermisse dich so sehr. Und obwohl Burschi häufig maunzt und du weißt ja, wie laut er das kann, ist es hier so ruhig ohne dich.
Ich wünschte, wir wären heute alle zusammen und könnten 'unser' Revier durchlaufen. Ich habe heute immer unseren Zauberbaum im Kopf. Der Duft des Wäldchen steigt mir in die Nase, und mir ist, als gehe ich auf weichen Waldboden. Und freue mich über das Glück, mit euch unterwegs zu sein......

 

unser 'Zauberbaum' hier endete unser abendlicher Rungang - © http://broschicat.de
Unser 'Zauberbaum' - Ziel unseres allabendlichen Spazierganges.

alter Baum - © Broschatt
Und zurück ging es am Moosbaum. Dort hast du immer eine kleine Pause eingelegt...

 

 

trenner.gif

 

    Warum?
    Warum musste ich so gehn?
    Warum musste das geschehn?
    Warum durfte ich nicht Rest meines Lebens mit euch verbringen?

    Warum fuhr er in der kleinen Sackgasse so schnell?
    Warum ist er nicht ausgestiegen?
    Warum hat er sich nicht um mich gekümmert?
    Warum ließ er mich einsam grausam sterbend auf der Strasse liegen?


    Wie konnte das geschehen? - Ich kann mich nicht mehr recht erinnern. Das Wetter war schlecht, es war schon dunkel.
    Und ich höre die Dosi, wie sie uns ruft. Es ist Futterzeit.

    Ich war immer vorsichtig und hatte Respekt vor diesen großen laut knatternden Dingern, die die Menschen Auto nennen.
    Jetzt sind es nur noch ein paar Meter nach Hause.

    Eben höre ich ein Knatterding. Wieso liege ich hier auf der Strasse? Mir ist auf einmal so kalt und ich zittere. Was mache ich hier? Ich will aufstehen und nach Hause. Aber es geht nicht. Ich kann mich nicht bewegen.

    Es tut so weh, ich habe Schmerzen und Angst. An meinen Bauch ist mein schönes Fell abgeplatzt, da ist ein großer Riss und alles hängt raus. Wenn ich nicht aufstehen kann, kommt bald ein anderes Knatterding und was mache ich dann?

    Ich kann nicht mehr richtig sehen, alles ist verschwommen. Und nun sind die Schmerzen fort - wie kann ich jetzt allein nach Hause kommen? Es sind doch nur ein paar Meter.

    Ich fühle mich auf einmal ganz leicht. So, als hätte ich keinen Körper mehr.
    Ich bin eine Feder. Aber kann das sein?

    Ich höre wieder die Dosi rufen. Sie ruft nur nach mir. Ihre Stimme ist voller Sorge um mich. Wenn ich ihr wenigstens antworten könnte, dann käme sie sofort und holt mich heim.

    Aber ich liege hier, ganz allein auf den nassen kalten Asphalt und muss nun sterben. Ich will nach Hause. Dort warten alle auf mich. Aber ich werde sie nie wieder sehen.


    Ich bin wie eine Wolke, es ist angenehm warm und friedlich. Und ich schebe und schwebe. Alles wird immer kleiner und unwichtig. Ein letzter Blick zurück, ich denke an mein Erdenleben, meine Kumpel, die Dosi und muss schnurren - schön war die Zeit.


    Nun bin ich fort, ich weiss nicht wo. Aber ich sehe die Lieben, die ich zurück gelassen habe: Nach 4 Tagen hat man meinen Körper gefunden, geweint und nach Menschenmanier mir eine letzte Ruhestätte gegeben. Mein letztes Halsband ziert nun einen Bilderahmen.


    Ich sehe meinen alten Kumpel Burschi. Er ist Nierenkrank. Aber er wird hoffentlich noch viele Tage vor sich haben - bevor wir uns wieder die Nasen reiben.

    Lucky sucht nun engen Kontakt mit Mann Dosi. Er liegt jeden Abend auf der Couch, ganz dicht an ihn geschmiegt. Das war auch einer meiner Liebliengsplätze. Dort hatte ich den Körperkontakt, ohne den ich nicht leben wollte.

    Lizzy - sie ist manchmal sonderbar. Sie scheint mich nicht zu vermissen oder doch? Nun kann sie mich nicht ärgern oder in der Küche die Pfote gegen mich erheben. Sie hat nie diese Macke ablegen können. Na ja es ist jetzt nicht mehr ärgerlich für mich.

    Die Menschen - sie sprechen wenig über mich. Vielleicht können sie nicht anders. Aber alles von mir hat noch seinen Platz, nichts wurde weggeräumt.

        Ich wünschte sie können sehen, wo ich jetzt bin, wie es mir geht.
        Denn ich bin bei euch, vergesst mich nicht.
        Ich bin der Wind, der euch streift,
        ich bin das Blatt, das vor eure Füße fällt,
        ich bin die Blume, die für euch blüht,
        ich bin der Vogel, der für euch singt,
        ich bin die Luft, die ihr atmet.
        ich bin die Katze, die ihr seht,
        ich bin die Wolke, die über euch schwebt,
        ich bin der Stern, der immer leuchtet.

        Trocknet eure Tränen und denkt an die schöne Zeit.
        Die kann uns niemand nehmen.
        Erinnerungen wird zur Wirklichkeit.

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