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Pfot an Pfot und Brust an Brust, soll uns nichts verdüstern. Katzbursch sein ist unsre Lust, trotzen Katzenphilistern. [E.T.A.Hoffmann]

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Broschicats Abenteuer 

'Für Clarence, die uns nach langem zögern erwählt hat:
Gesicht gesträubt, die Iris weit: Ein unentschlüsselbarer Blick,
auf leisen Pfoten läuft ein Stück von Leben mit uns durch die Zeit.'
(Günter Kunert)

05.03.2008  Feuerwehreinsatz für Lizzy

 

Wie man am Titel schon lesen kann, hatten wir wieder mal reichlich Stress.  broschicat.de - Lizzy mit Wampe 

Lizzy darf seit geraumer Zeit nun auch raus. Jedoch nur,wenn ich zu hause bin. Am Mittwoch hat sie mich angeschmiert. Ich sah den 'Höcker' unter der Tagesdecke auf dem Bett und meinte, sie liegt wieder darunter. Das macht sie jeden Nachmittag.

Als sie dann abends nicht in die Küche kam, um auch zu Futtern, habe ich nachgeschaut. Mist sie war nicht da.

Also bin ich mit den Metallklicker raus und habe sie gerufen. Natürlich war sie nirgends zu sehen. Auch kam nicht, wie sonst die Treppe hochgerast. Nach einiger Zeit bin ich wieder raus und habe meinen obligatorischen Gang zur Strasse angetreten. Weißt ja, das mache ich immer zuerst. Habe mich schnell umgezogen und mit Taschenlampe,Trofu und Klicker bewaffnet. Als ich wieder draußen stand hörte ich paar Mal eine Katze. Aber sie hörte sich NICHT wie Lizzy an. Habe Lizzy gerufen und dann war die Katze still. Konnte auch einfach nicht den Standort finden.

Habe die unmittelbare Gegend abgesucht und paar Mal die Katze gehört. Klang schon komisch: mal weit entfernt, mal ganz nah.

Tja und dann habe ich meinen Mann geholt, weil ich nicht weiterkam. Auch er konnte die Katze nicht orten. Dann endlich nach gut 30 Minuten: es kam vom verwilderten Nachgrundstück. Es war schon kurz nach 21:30 Uhr und so konnten wir kam etwas sehen. Wir sind dann nach Lizzy rufend die kaputten Gebäude abgelaufen. Hier musste sie irgendwo sein. Sie klang jämmerlich und gequält, fast als wäre sie verletzt und kann sich nicht bewegen. Und kraftlos war ihr Hilferuf.

Dann meinten wir sie gefunden zu haben. Sie musste direkt hinter einer Tür sein. Davor ist Holz gestapelt. Also alles weggeräumt und nach einigen Versuchen ließ sich die Schiebetür öffnen. Aber der Raum war leer. Dabei mußten wir in unmittelbarere Nähe sein!

Blieb nur noch das Dach. Also die Leiter und den Nachbarn geholt und auf das Dach. Ich konnte nicht mehr. Auch hier keine Lizzy.

Dann endlich fanden wir sie. Sie war eingeklemmt und konnte sich keinen Centimeter bewegen. Kam nicht vor und nicht zurück Schauen Sie unten auf meine Zeichnung. Da kann man sehen, wie schlimm die Lage war.

Sie lag seitlich in einer Art Vertiefung, die zwei Dächern mit unterschiedlicher Höhe verbindet und immer enger wurde. Hier ist ja alles so verschachtelt und die Dächer sind dort sehr abschüssig. Auf der Zeichnung kann man sehen, lag Lizzy mit den Hintern vorn. Je weiter ihr Körper eingeklemmt war, desto schmaler ist die Vertiefung. Es war so eng, dass zwischen Lizzys Brust und den kleinen Vorsprung keinen Milimeter Luft mehr war. Ihre linken Läufe waren auch eingeklemmt, sie lag darauf. Ich habe ihr laufend den Kopf gestreichelt und auf sie eingeredet.

broschicat.de - Lage Lizzy

Wir haben über 90 Minuten versucht sie zu befreien. Immer wieder versucht, sie Stück für Stück nach hinten zu schieben. Aber sie war nicht nur mit den ganzen Brustkorb eingeklemmt, nein ihr linkes Bein war so unglücklich gelegen, dass nichts mehr ging.

Dann habe ich die Feuerwehr angerufen. Zum Glück ist die Wache nur 2 Minuten entfernt. Als die vor Ort waren, hat Lizzy mich so sehr gebissen, das die rechte Hand und das Gelenk bluteten. Sie war in Panik. Ich auch. Denn sie atmete so schwer. Kein Wunder,wenn man den Brustkorb nicht bewegen kann. Hatte Sorge, das sie kollabiert.

Die Feuerwehr hat zuerst versucht, sie so wie wir es taten, zu schieben und gleichzeitig ziehen. Dann Versuch mit einer Schlinge rauszuziehen. Habe gesagt, die hängt fest und ihr verletzt sie so schwer. Nach einigen fehlgeschlagenen Versuchen holten sie schweres Gerät auf die Dächer.

Lizzy bekam eine Decke rüber und dann wurde das alte Glasdach entfernt. Anschließend mit den schweren Bohrhammer oder was das war, neben Lizzy die Betondecke aufgestemmt. Dazu musste die Polizei kommen, denn obwohl da alles verfallen ist, wird ja ein 'Schaden' am Dach verursacht.

Ich war in Panik und Lizzy auch. Endlich nach gut 1,5 Stunden war es soweit. Wir alle dachten, die wird in Panik davon laufen. Aber sie blieb ganz geschockt liegen. Ich habe sie dann rausgeholt und in den Korb verbracht.

Dann die Leiter gute 2,5 bis 3 Meter runter. Günni hat Lizzy nach Hause gebracht. Ich musste der Polizei ja meine Daten geben. Die Feuerwehrleute waren übrigens sehr behutsam ( das laute Aufstemmen ließ sich nicht vermeinden) vorgegangen. Einige haben selbst Katzen. Der eine sah Lizzy und meinte sie ist ein Katheuser. So aufgeplustert und durch Betonstaub sah sie auch aus

Habe mich dann noch mal erkundigt, ob da nun was 'nachkommt', aber die Polizistin sagte, dürfte eigentlich nicht. Und die Feuerwehrleute meinten, sie seien ja schon ab mit den Abbruch des Gebäudes angefangen. In der Tat waren einige Dachscheiben kaputt.

Werde noch mal auf das Dach und alles fotografieren. Sicher ist sicher. Nachher kommt der mir unbekannte Eigentümer und verlangt Schadensersatz. Muss wohl auch vorsichtshalber mal meine Versicherung kontaktieren.

Na ja, zu hause angekommen, ist Lizzy gleich unters Bett. Denke sie braucht noch etliche Tage, um das zu verarbeiten, wir auch. Sie bleibt nun erst Mal drinnen. Sie hat die letzten Tage kaum gefuttert. Denke, ihr werden die Pfoten (Krallen abgewetzt) und die Brust wehtun. Lasse sie auch in Ruhe, wenn ich sie auch genau beobachte.

Lizzy hat ihre rechten Vorder- und Hinterkrallen total abgewetzt. Damit versuchte sie sicherlich, sich selbst zu befreien. Nun läuft sie sehr vorsichtigt und tobt natürlich nicht mehr mit Lucky oder springt auf den Kratzbaum. Wenn ich nach Hause komme, dann begrüßt sie mich sonst immer mit kräftigen Krallenwetzen auf meinen Arbeitsschuhen ( so sehen die auch aus). Das hatte sie heute mittag zu ersten Male wieder versucht. Natürlich war da nichts mit Kratzen. Aber immerhin..... Ja und aus ihrem Fell bröselt immer noch Betonstaub.

Meist liegt sie unter der Tagesdecke. Na ja sie muss sich erholen. Jetzt futtert sie auch wieder ein wenig.

Wie ich erst am nächsten Tag erfahren habe, hat eine Polizistin zu den Feuerwehrleuten gesagt, man soll die Katze einschläfern! Gut das ich da gerade in die Wohnung gerannt war, um den Tierarzt zu erreichen. Ich glaube ich wäre sonst mehr als unfreundlich geworden. Lizzys Lage war schlimm, aber nicht aussichtslos.

© 2008 A.Broschatt

Burschi ist ein Abenteurer. Könnte er schreiben, wären seine Geschichten Bestseller.

Es fing damit an, das er im ersten hier verbrachten Winter, sich hat in der Scheune einsperren lassen. Damals lagerte der Bauer dort noch riesige Strohballen. Das zieht ihn magisch an. Strohballen duften gut, sind hoch gestapelt, also keine Gefahr wegen des Hundes und es ist oben warm. Außerdem hat man als Kater von dort oben den besten Überblick seines Reviers.

Es war Heilig Abend und Burschi war seit Stunden draußen. Gegen 16.00 Uhr ging ich raus und suchte ihn. Er war in der Scheune. Na toll, der Bauer wohnt nicht hier. Eine Stunde später habe ich ihn telefonisch erreicht. Er versprach, vorbei zu kommen und das Tor zu öffnen. Im Endeffekt ist ein Helfer gekommen und hat das Tor geöffnet und der Burschi raste raus. Das war sein erstes Abenteuer. Es sollten noch viele dieser Art folgen. Er hat sich natürlich gemerkt, das er nur zu jaulen braucht, um wieder raus zukommen.

Es war uns von vorne rein klar, das wir damit rechnen müssen, das die eine oder andere Katze nicht wiederkommt. Aber Katzen (und gerade Burschi), die Freigang gewohnt sind, kann man nicht auf dem Land zu Sofarollen machen... Im nächsten Frühjahr kam Burschi nicht heim. Er war zum ersten mal ein paar Tage unterwegs. Ja nun war es soweit, dass eine Katze fehlte! Ich bin sämtliche Straßen und Felder abgelaufen, in der Hoffnung, wenigstens seine Körper nach Hause zu bringen. Das durfte doch nicht sein. Burschi hat ja noch nicht einmal ein Frühjahr hier erleben können...Nach drei Tagen, ich weiß das noch, als wäre es gestern gewesen, kam Burschi über den Acker nach Hause. Wir hörten ihn schon von weiten maunzen. Die Tür durfte nicht geschlossen werden, dann wurde er unruhig. Wir nehmen an, das er sich irgendwo beim Bauern oder in einer Garage hat einsperren lassen.

 

Diesen Ausflug werden Burschi und auch wir nie vergessen: Burschi wurde vermisst vom 20. März bis 28.März 2002

Burschi ist wieder daheim. So, nun werde ich mal erzählen, soweit ich zum jetzigen Zeitpunkt weiß, wie alles so kam: Also, am 19.März habe ich den Transportkorb aus der Garage geholt. Burschi sollte am nächsten Tag zum TA. Er hat seit längerem eine Verdickung am Schwanz, die anfing, zu wässern. Burschi ist absoluter Gegner von derartigen Behältnissen, in denen er transportiert werden soll. Und Autofahren, na ja. So wie er sich dabei gebärdet, habe ich bei meinen anderen Katzen noch nie erlebt. Er ist ganz anders als die anderen Katzen.

In der Nacht habe ihn gegen 3 Uhr habe ich ihn mit Charly und Lucky rausgelassen. (Wenn es irgendwie geht, dann bloß nicht diese komische Katzentoilette da drinnen benutzen). Er geht immer raus, um sein Geschäft zu erledigen. Morgens gegen 7 Uhr zog ich die Jalousien hoch. Burschi kam gleich angerannt - bis zum Siel auf den Hof. Dort hangelt er immer, weil wir da so gerne “Steinchen fangen spielen”. Dann hat er seine wilden 5-Minuten bekommen und tobte über den Hof zu den Garagen. Tja-das war’s dann. Das war schon ungewöhnlich. Er lässt nie eine Mahlzeit aus. Dazu ist er viel zu verfressen. Ich dachte erst, er hat den Braten gerochen (Termin TA). Als er gegen 14 Uhr immer noch nicht wieder zurück war, wurde ich unruhig. Bin ewig raus und habe nach ihm gerufen. Die anderen Katzen kamen alle Kater Charly, Lucky und sogar mein Freund Jack mit den kleinen Jani - nur Burschi nicht .Am frühen Abend bin ich dann nochmals zu den Nebengebäuden und habe nachgesehen und wieder nach ihn gerufen - wieder nichts.

Ich muss hier erwähnen, das der Burschi sich im laufe der letzten Jahre hat immer wieder in der neuen Scheune einsperren lassen. Wenn ich ihn vermisste und zur Scheune ging und ihn rief, meldete er sich selten (...schnarch..). Erst wenn ich Stunden später nochmals nach ihn rufe, dann jaulte er jämmerlich. Der Herr hat ausgeschlafen und wollte jetzt wieder raus. Das war immer ein Theater, weil der Bauer nicht hier im Ort wohnt. Musste immer hinterher telefonieren, um Burschi befreien zu lassen. Zurück zu Burschis Ausflug. Ich bin immer wieder raus und rief seinen Namen. Auch spät in der Nacht. Nichts, er war wie vom Erdboden verschluckt. Habe alles abgesucht, bin die ganzen Strassen abgegangen (aus Angst, er ist nun doch in Richtung Bundesstrasse.) Habe die Feldwege abgeklappert, war bei den umliegenden Bauernhöfen, am kleinen Fischteich, in der Feldmark. Er war einfach nirgends. Nichts nichts nichts...

Sein Kumpel Charly war am Tag seines Verschwindens sehr komisch. Ist nicht raus, saß nur am offenen Fenster und jaulte. Oder er schlich an meinen Beinen entlang, hat das Futter verweigert. Lucky benahm sich auch anders als gewöhnlich. Er maunzte die ganze Zeit. Auch er vermisste den Burschi. Ich konnte mich nicht mehr auf meine Arbeit konzentrieren, nicht mehr schlafen, habe wieder an Gewicht verloren, war einfach fertig. Ich zog Parallelen zu den verschwinden von unserem Floh. Es war gerade mal 8 Monate her, als er verschwand. Und ich dachte daran, das hier die freilaufenden Katzen gejagd werden. Sei es durch erschießen oder mit den aufgestellten Marderfallen.Ich hatte kaum noch Hoffnung, Burschi wieder zu sehen.....

Am 28.März gegen 13 Uhr rief mich unser netter Nachbar an. Fragte, ob ich mal ganz schnell rüberkommen kann. Ich dachte, es wäre etwas mit den Jani passiert. Der Nachbar hat selbst drei Katzen, die gerne draußen sind. So hatte ich einen Riesenschreck bekommen, weil seine Stimme so anders war. Bin sofort rüber. Er stand schon auf den Hof bei den Garagen und sah in die Büsche. ”Oh Gott!” dachte ich, 'Da liegt Burschi.' Marcus sagte mir, das der Bauer ihn fragte, ob er eine Katze vermisse. Denn in der Scheune jaulte seit einem Tag eine Katze. Er ging in die Scheune und hörte tatsächlich eine Katze jämmerlich jaulen. Nur konnte er sie nicht finden. Die Scheune ist eigentlich gar keine. Es ist ein größeres Gebäude aus Metall mit drei großen Rolltoren und zum Teil hat der Bauer sie vermietet. Da stehen ein Wohnmobil, eine kleine Jacht, Oldtimer usw. Wir sind dann gemeinsam rein und horchten. Das ist Burschi`s Stimme! Aber wo ist er denn? Haben jede Ecke abgesucht. Nichts. Dann standen wir nahe am Boot. Hier wurde das jaulen lauter. Immer noch nichts zu sehen. Das Boot steht auf einem Bootsanhänger. Eine Leiter musste her. Leiter geholt - zu kurz. Wieder raus, in das andere Nebengebäude und nach etwas brauchbarem gesucht. Ah - die Böcke dort. Acht alte stabile Buchbindereiböcke auf den Wagen gehoben und zurück zur Scheune. Geht nicht. Das Boot steht hinter dem mittleren Rolltor. Es sind hohe Zwischenmauern gezogen, sodass es drei Bereiche gab. Nur das linke Tor stand offen und so sind wir durch den schmalen Spalt zwischen Außen- und Trennmauer drinnen durch zum Boot. Nochmals alles abgesucht.

Das Jammern war so schwach und doch so laut. Er musste im Boot sein! Endlich haben wir eine Leiter gefunden, die lang genug ist. Die passte gerade zwischen dem Boot und den alten Bauwagen. Marcus ist also hoch. Nichts zu sehen und alles ist verschlossen. Burschi jaulte nicht mehr, er wimmerte nur noch. Da ich ein 'Federgewicht' bin, bin ich also die Leiter rauf. Marcus hatte Bedenken, wegen seines Gewichtes. Nicht, das er zu dick ist, er ist sehr groß). Das Boot wackelte bedenklich, als er da rauf wollte . Oben angekommen, sah ich, das über den Eingang eine kleine Schiebeluke ist. Versuchte, die zu öffnen. Ging auch nicht. Ich merkte, wie die Verzweiflung mich ergreift. Dann endlich gab die kleine Luke nach und lies sich ein wenig öffnen. Jetzt sah ich ihn, unseren Burschi! Er kauerte ganz hinten versteckt und wimmerte leise. Aber die Luke lies sich nur ein paar Zentimeter öffnen. So habe ich ein Brett runtergelassen, damit Burschi eine Aufstiegsmöglichkeit hat. Aber Burschi kam nicht. Ja was nun? Ich musste da rein - anders geht’s nicht. Ich weiß nicht, wie ich es dann schaffte, aber ich war drinnen; zwängte mich durch den kleinen Spalt fand aber keinen Halt. Mit den Händen außerhalb der Luke, fing ich an, die Sitzauflagen mit meinen Füßen aufzustapeln, bis ich endlich Boden unter den Füßen hatte. Dann lies ich los und war endlich drinnen.

Es war dunkel und roch muffig. Burschi war schwach und ängstlich und hatte nicht die geringste Absicht, aus seinem Gefängnis zu kommen. So musste ich mich bis nach vorne durchwühlen, bis ich bei ihm war. Endlich, da war er. Ich sprach ruhig auf ihn ein und streichelte ihn vorsichtig. Seine Pupillen waren riesig, sein Fell ganz stumpf. Dann nahm ich ihn auf den Arm. Ich hatte Angst, dass Burschi in Panik gerät. So krabbelte ich mit Burschi im Arm über die Auflagen, hielt ihn ganz fest und sprach leise auf ihn ein. Marcus hielt oben auf der Leiter den Korb bereit. Schnell schob ich Burschi in den Korb und verriegelte ihn. Sofort geriet Burschi in Panik. Jetzt durfte ich nicht an das Gitter kommen, denn dann zerfetzt Burschi mir die Hände. Zuhause angekommen ließ ich ihn sofort raus, Türen und Fenster geschlossen. Wie sah er aus und wie er wackelte! Und natürlich wollte er sofort nach draußen. Das ist das beste Zeichen, wenn er mal irgendwo eingesperrt war, dann erträgt er keine geschlossenen Räume. Ich habe ihn erst mal weiter beruhig. Charly kam an und schnupperte ihn ab und dann putzte er seinen Burschi. Lucky kam und fing gleich an zu fauchen. Klar, Burschi hatte sicherlich so viele Gerüche an sich, die ihm fremd waren. Burschi hat dann ein wenig getrunken und eine sehr kleine Mahlzeit bekommen. Und wollte raus. Machte mir Sorgen, war Burschi die ganzen acht Tage im Boot? Ich war doch jeden Tag öfter an der Scheune und rief seinen Namen. Sonst hörte ich ja, wenn er mal wieder dort eingesperrt war. Aber das Boot hat sein Klagen gedämmt. Anderseits war der Bauer oder ein anderer jeden Tag in dem Gebäude. Warum hatten sie ihn vorher nicht gehört? Das kann doch nicht sein. Wir hörten das Jammern sofort, wenn auch schwach! War Burschi wirklich die ganze Zeit im Boot? 80-90 Meter von meiner Wohnung entfernt.
Ich war jeden Tag und spät Abends da. Charly und Lucky haben auch nie reagiert, wenn als sie mit mir Abends dort suchten und ich wieder und wieder nach Burschi rief.

Und wenn Burschi acht Tage im Boot war, wie hat er es geschafft, ganz ohne Wasser? Er hat stark an Gewicht verloren. Am Nachmittag kam die Nachbarin nach Hause. Sie ist Tierärztin. Sie untersuchte Burschi gleich. Auch sie kann es kaum glauben, das er ohne Flüssigkeit überlebte und vor allem kaum unter Austrocknung litt. Sonst war er aber Okay. Ein bisschen blass und wackelte, aber nichts ernstes. Ich sollte sein Futter gut mit Wasser mischen, damit er nach und nach Flüssigkeit aufnimmt.

Gegen 17 Uhr ist er dann endlich in den erholsamen Schlaf gesunken. Er träumte, fauchte, jaulte und wimmerte. Abend wollte er gleich wieder raus. Eigentlich sollte er erst den nächsten Tag wieder stromern dürfen. Aber der Burschi ist ein wenig wild, konnte ihn nicht länger drinnen lassen. Aber er ging nicht weit und war nach ein paar Minuten wieder da. Denke, er hatte Nachholbedarf und inspizierte ganz einfach sein Revier. Diese Nacht habe ich im Wohnzimmer auf der Couch verbracht, mit meinen Tigertrio. Endlich konnte auch ich wieder schlafen.

Burschi`s Bootsgang ist für die Versicherung teuer geworden: ca. 1.800,- Euro. Alles musste in einer Spezialreinigung behandelt werden. Er war tatsächlich die ganze Zeit im Boot!

 

Diese Zeilen habe ich mir von der Seele geschrieben, als meine Hoffnung sank, Burschi jemals wieder zu sehen.

Burschi: Seite an Seite standest Du mit Kumpel Charly im November 1993 bei der Familie Schäffer vor der Tür 'Lasst uns rein! Wir bleiben hier!' Einsam und verlassen wahret ihr. Von Hunger und Kälte getrieben, seid ihr dort geblieben. Frau und Herr Schäffer waren liebe Leute, liebten sie doch ihre Katzenmeute. Und selbst der Pudel hat es verstanden. Auch ihr zwei wart willkommen.

Kein Streit vom Zaune fiel, doch den anderen Katzen, denen war es jetzt zu viel. So konntet ihr nur im kleinen Zimmer bleiben und euch tagsüber draußen die Zeit vertreiben. Gesundheitscheck durch den Doc, alles in Ordnung. Keine Gefahr. Nur du Burschi, du wurdest kastriert. Wegen dem Katzenelend, das die Welt regiert! So konnte es nicht weitergehen: immer Gefauche, keine Ruhe mit den anderen Katzen. So mussten die Schäffers für euch eine neue Bleibe suchen.

Musste zu dieser Zeit meine Matzi erlösen lassen. Wie einsam ist das Leben ohne Katzen! Lese die Anzeige in der Zeitung: 'Zwei Tiger suchen neues Zuhause.' Ging mir nicht mehr aus den Kopf. Rief bei Familie Schäffer an. Am Sonntagabend war es soweit: saßen bei Schäffers im Zimmer und warteten auf euch. Da, nun kamt ihr Heim, durch die Terrassentür und ab durch das Zimmer, in den Flur und wartet euer Futter; ganz selbstverständlich: stur. Du, Burschi, ganz vorsichtig und scheu, sahst uns unsicher an. Charly, der hat sofort gefressen. Spielte den Clown, rollte sich und ließ sich streicheln. Bei Charly war das Eis gebrochen, hatte er doch den Kontakt aufgenommen: er ist zu uns gekommen. Köpfchen reiben, schnurren und schmusen. Nur du, Burschi, lieses dich nicht streicheln, hast dich verzogen in die dunkelste Ecke. Hast aber mein Herz erobert, weil du Fremden nicht trautest, warst zu scheu, als das du kamst und etwas von Fremden wolltest.

Vergesse nie die Fahrt nach Hause. Hast furchtbar gejammert, gespeichelt und gefaucht. Die Angst hat dich fast verrückt gemacht und dir ungeahnte Kräfte gebracht: Hast den Korb kaputtgemacht. Charly hat sich in sein Schicksal ergeben. Bei ihm wirkte das Beruhigungsmittel. Wart beide in einem Korb, solltet euch gemeinsam trösten.

Im neuen Heim angekommen, fühltet ihr euch lange nicht Zuhause. Immer, wenn wir von der Arbeit kamen, wart ihr verschwunden, nicht zu entdecken. Habt die ersten Tage nichts gefressen und kamt auch spät Abends nicht aus euren Verstecken. Nur an der Katzentoilette konnte man sehen, das hier Katzen Zuhause waren. Nach 14 Tagen wart euch die Angst ein wenig genommen. Seit vorsichtig durch die Wohnung geschlichen. Eine Woche später ging es schon besser. Charly ließ sich wieder streicheln, du bliebst reserviert: fressen ja, aber bitte nicht berühren! Habe das akzeptiert. Euer neues Heim war groß. Hatte nur einen Harken. Konntet nicht mehr raus. Lag an einer Hauptstraße, hier war die Gefahr einfach zu groß. Haben viel Geld investiert: den großen Balkon ( 12 Meter lang, 2-3,5 Meter breit, zum Teil überdacht) wurde zum Katzenparadies ausgebaut. So hattet ihr Sonne und Schatten und konntet doch ein wenig raus. Habe die Sommer mit euch da sehr genossen. War schön mit euch. Monate später kam Floh dazu. Habt ihn abgelehnt, wie die Katzen von Familie Schäffer euch ablehnten. Da Floh noch sehr jung war, habt ihr ihn letztendlich doch aufgenommen.

Ach Burschi, habe bald schon gemerkt, das du als reiner Stubentiger nicht geschaffen. Fingst an zu jaulen. Besonders, wenn es Vollmond wurde, haste gelitten, mußtest raus. Wurdest immer unglücklicher, hast dein Fell nicht mehr gepflegt, hast nie geschnurrt. Und wenn, dann nur, wenn wir beide allein im Zimmer waren und dann nur sehr leise, kaum hörbar, aber zu spüren. Du wusstest damals nicht, wie wir mit uns gerungen haben, Dir eine neue Heimat zu suchen. Wo du deinen natürlichen Drang, ins Freie zu gehen, ausleben konntest. Das hätte auch geheißen, das Charly mit dir gegegangen. Ihr wart immer ein Team. Dann hatten wir endlich eine neue Bleibe für uns alle gefunden. Nicht in einer lärmenden Stadt. Nein hinaus aufs Land. Und hier biste du richtig aufgelebt, fingst an zu schnurren, dich zu putzen. Hast damit dein Kumpel Charly arbeitslos gemacht. Hatte er dir nicht immer dein Fell gepflegt, war immer bei dir, wenn in dir der Freiheitsdrang erwachte und dich dann tröstete. Das Landleben hat dir wirklich gut getan. Bist ein super Jäger geworden (oder warst du das schon immer?). Dein Fell fing an zu glänzen, deine Augen leuchteten, habe da zum ersten mal dein Schnurren so richtig gehört. Es war wie Musik in meinen Ohren.

Ach Burschi, bitte komme schnell nach Hause. Wir vermissen Dich so sehr.

 
 

Lucky ist sauer

Vor ein paar Tagen wurde Lucky richtig sauer auf meinen Mann. Und das kam so:

Lucky lag auf der Couch auf der Schmusedecke. Er war ja sooooooo müde. Günther schob eine Hand darunter. Das mag Lucky gerne, dann beißt er gleich rein. Ganz nach dem Motto, da unter ist Beute. Er wollte aber nicht spielen. War nicht seine Zeit. Günther foppte ihn weiter und hielt Luckys Pfote fest. Lucky wollte sie wegziehen, aber es ging nicht. Dann fing er an zu knurren. Günther ließ los. Lucky rollte sich wieder zur Kugel ein. Günther schob abermals eine Hand da unter. Nun knurrte Lucky sofort. Günther nahm die Hand weg und Lucky stand auf und nahm einen Zipfel der Decke ins Maul, zog sie runter von der Couch. Das machen sonst eigentlich eher Hunde.

Die Decke schleifte er ein kurzes Stück. Dann gab er auf und saß da wie angegossen. Günther nahm ihn auf den Arm und setzte sich wieder auf die Couch und streichelte ihn. Lucky`s Ohren sprachen aber eine andere Sprache: flach angelegt und ich sah, wie er auf die beste Gelegenheit wartete, diesen “Streithahn” Günther zu entkommen. Dann ging Lucky ins Bad und schlief da weiter.

Günther hatte an diesem Abend schlechte Karten. Lucky hat ihn ignoriert. - Strafe muss sein. Niemand stört Lucky ungestraft...

 

Floh liebte das Reh- und Damwild

Die kommen häufig in unseren Garten um sich die eine oder andere Pflanze zu holen. Wir haben vor der Wohnungstür einen großen Kratzbaum. Von dort aus sah er sie schon frühzeitig kommen .Er hatte, im Gegensatz zu Charly, auch keine Angst. Auch die Rufe der Tiere störten ihn nicht. Einmal kamen ein paar Damwildkühe wieder sehr nahe. Nur blieben sie diesmal hinter der Hecke. Floh machte sich ganz flach und beobachte sie eine ganze Weile. Dann sprang er auf einmal runter und schlich sich an die Hecke an. Damwild ist ausgewachsen um einiges größer als Rehe. Aber auch sie sind sehr aufmerksam. Besonders die Kühe.

Eine hat Floh entdeckt, wie er halb durch die Hecke schlich. Wollte wohl mal an den Hufen schnuppern. Da hob die Kuh den Kopf über die Hecke und schnupperte nun an Floh. Der hat sich so erschrocken, dass er sofort Fersengeld gab. Es sah wirklich lustig aus, wie Floh in der Hecke und die Kuh über der Hecke sich beschnupperten. Floh lief nicht weit. Nun pirschte er sich von der anderen Seite an. War schon gespannt, was nun passiert. Leider kam dann ein Auto und das Wild lief weiter zu den Bäumen in Deckung. Schade. Ein anderes mal waren Rehe im Garten vom Nachbarn. Die hatte Floh natürlich auch gleich entdeckt. Nach alter Manier schlich er sich nun über unsere, dann übers Nachbars Terrasse an. Die Ricke war unruhig als sie Floh sah, wie an sich anpirschte. Nun trennten sie gerade zwei Meter.

Floh flach auf den Rasen (jeder Grashalm bedeutet Deckung) und die Ricke an der Hecke. Die hat einen schmalen Durchgang. Dort wollte sich die Ricke zurückziehen. Das passte Floh nicht und so setzte an zum Sprung an. Da drehte sich die Ricke um und jagte Floh quer über den Rasen bis zu unserer Terrasse. Da bremste sie und ging wieder zurück. Floh blieb ganz verdattert sitzen. Er konnte nicht verstehen, warum ein Reh hinter ihm her ist. Er hat immer nur gesehen, das die Rehe flüchten. Etwas später wußte ich auch, warum die Ricke so regierte: sie kam mit zwei Kitzen durch die Bäume. Ja so ist das, in der Natur werden die Mütter zu Furien, wenn es um ihre Jungen geht. Floh wollte eigentlich nur spielen. Das kann man an der Körperhaltung sehen....

 

Charly bringt Klein-Lucky ein Geschenk

Nachdem Charly den kleinen unter seine Fittiche genommen hat, brachte er ihm ein Geschenk mit. Charly saß spät Abends draußen auf der Terrasse und maunzte. Im Maul eine Maus. Schon am Ton merkte ich, das er etwas mitbringt. Lucky reagierte sofort und drückte seine Nase an die Scheibe und fing an zu fipsen. Ich bin dann raus zu Charly und habe ihn gelobt, was er doch für eine tolle Beute da hat. Normalerweise legt er sie dann ab und will gestreichelt werden. Aber diesmal nicht. Er stand ganz nah an der Scheibe und rief eindeutig nach Lucky.

Da Charly sich als Amme aufführte, dachten wir, er bringt die Maus als lebende Beute, um Lucky zu zeigen, das kann man fressen. Ganz so, wie es Katzenmütter machen. Übrigens war Lucky`s erste eigene Maus ein Riesenexemplar. Anfangs schleppte Lucky alles erdenkliche an. Alles war Beute. Sei es nun Blätter, Stöckchen, Steinchen oder Regenwürmer. Besonders schlimm war es, als er den Misthaufen entdeckte. Da lag immer 'Beute'. Auch heute noch bringen alle Katze ihren Jagderfolg nach Hause. Erst auf der Fußmatte wird gefuttert. So habe ich gelernt, niemals unbesehen auf die Matte zu treten. An so manchen Tagen war diese übersät mit Charlys, Burschis, Flohs und Luckys Jagderfolgen.

 

Wir suchen Floh

Als wir noch in Billstedt wohnten, suchten wir einmal unsern Floh. Wir kamen Abends Heim und Charly und Burschi begrüßten uns. Nur Floh nicht. Auch auf Rufen kam er nicht. So machten wir uns auf die Suche nach ihm. Oje, er kann doch nicht aus einer geschlossenen Wohnung entwischen. Dann hörten wir ihn. Er war anscheinend in der Küche, nur nicht zu sehen. Schränke geöffnet, nein da war er auch nicht oben auf den Schränken auch nicht. Aha - wir haben einen Einbaubackofen. Oben auf den Schränken ist eine Aussparung, wo die ganzen Leitungen liegen. Und genau da unten war er. Er kam nicht von alleine wieder raus. So befreiten wir ihn. War der staubig. Und nanu, er humpelte.

Als er nach ein paar Tagen immer noch humpelte, brachte ich ihn zum Tierarzt. Der stellte eine Prellung fest, die anscheinend sehr schmerzhaft war. Nach 14 Tagen war es dann in Ordnung. Ein anderes mal hat er sich in den Einbauschrank einsperren lassen. Die Schiebetür ist sehr schwer, sodaß er sie nicht öffnen konnte. Nach einiger Zeit suchte ich ihn. Habe ihn auch schnell gefunden. Aber - er hat den ganzen Teppich im Schrank zerfetzt.

 

Floh, der Dieb

Als wir mal einen Notarzt brachten, hat Floh ihn gleich freundlich begrüßt und so nebenbei gleich ein paar verpackte Einwegspritzen aus seinen Koffer gestohlen. Weil es im Winter war, hat der Arzt seine Schuhe ausgezogen, da hat Floh in einem unbeobachteten Augenblick gleich noch schnell seine Schnürsenkel durchgekaut. Ein anderes mal hat er uns Werkzeug entwendet. Wir waren dabei, eine Wand zu fliesen. Werkzeug und Schuhe waren immer begehrtes Spielzeug für ihn. Seit Floh bei uns lebt, kann ich auch nicht mehr ein Puzzle zusammen setzen oder an eine Handarbeit gehen. Alles wurde verschleppt.

 

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